„Hände weg vom Acht-Stunden-Tag!“
10.12.2025
ESSEN: NGG schlägt Alarm
Von NIna van Bevern
Essen arbeitet sich jeden Tag durch ein gewaltiges Pensum. Rund 1,169 Millionen Arbeitsstunden kommen hier zusammen, vom Handwerk über die Industrie bis hin zu Handel und Dienstleistungen. Doch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt: Die Bundesregierung will den Acht-Stunden-Tag kippen und künftig Zwölf-Stunden-Schichten ermöglichen. „Das darf auf keinen Fall passieren“, sagt Martin Mura, Geschäftsführer der NGG Ruhrgebiet.
„Viele schieben täglich Überstunden. Und auch Schichtarbeit ist eine Riesenherausforderung für die Beschäftigten: Gerade der Wechsel von Früh-, Tages-, Spät- und Nachtschicht reibt viele Menschen auf“, so Mura. Die Folgen seien gravierend: „Es fängt mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl an. Auch Verdauungsstörungen und Schlafstörungen sind oft Folgen von ein er zu langen Arbeitszeit.“ Wer dauerhaft Überstunden mache, riskiere Burnout, Depressionen, Diabetes oder sogar einen erhöhten Alkoholkonsum.
Die NGG verweist auf Studien, die zeigen, wie gefährlich lange Arbeitstage sind: „Das Unfallrisiko steigt nach acht Stunden stark an. Ab der zwölften Stunde passieren statistisch doppelt so viele Unfälle wie bei einem Acht-Stunden-Tag“, warnt Mura. Auch das Schlaganfallrisiko klettere bei 41 bis 48 Wochenstunden um zehn Prozent, bei 55 Stunden sogar um 33 Prozent. Neben gesundheitlichen Risiken sieht die Gewerkschaft auch Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Wer holt das Kind aus der Kita ab oder unterstützt pflegebedürftige Angehörige, wenn überlange und unplanbare Arbeitstage die Regel sind?“, fragt Mura.
Die Botschaft der NGG ist klar: „Am Acht-Stunden-Tag darf keiner rütteln. Wer die Tageshöchst-Arbeitszeitgrenze aus dem Gesetz streicht, sägt an einem zentralen Pfeiler des Arbeits- und Gesundheitss chutzes.“ Deshalb ruft die Gewerkschaft ihre Mitglieder auf, sich an der bundesweiten DGB-Kampagne „Mit Macht für die 8“ zu beteiligen.
Foto: NGG
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