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„Nicht einfach streichen!“ Behmenburg kritisiert geplante Aufhebung der Ortssatzung

24.01.2026

KETTWIG: Lokalpolitik 
Von Nina van Bevern 

Die geplante Aufhebung der Ortssatzung im Schmachtenbergviertel sorgt weiterhin für erhebliche Unruhe. Während die Verwaltung bestehende Regelungen kippen will, formiert sich politischer Widerstand. Deutliche Worte kommen von Daniel Behmenburg, Ratsherr für Kettwig und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Er warnt eindringlich vor einem unbedachten Eingriff in das gewachsene Ortsbild. 

Ausgangspunkt ist eine Verwaltungsvorlage, die am 11. Dezember 2025 vom Oberbürgermeister unterzeichnet wurde und vorsieht, die Ortssatzung aus dem Jahr 1955 für Teile des Viertels aufzuheben. Für viele Anwohnerinnen und Anwohner ist das ein Alarmsignal und für Behmenburg ein politischer Fehler. „Viele Menschen haben mich in den vergangenen Wochen angesprochen, weil sie sich große Sorgen um die bauliche Entwicklung im Schmachtenbergviertel machen“, sagt er. „Diese Sorgen nehme ich sehr ernst – und ich teile sie.“ 

Zwar sei unstrittig, dass Stadtentwicklung nicht auf Regelwerken aus den 1950er-Jahren stehen bleiben könne. Doch genau darin liege für Behmenburg nicht das Argument, bestehende Schutzmechanismen einfach zu streichen. „Visionen für das Ortsbild müssen weiterentwickelt und nicht einfach gestrichen werden“, betont er. Eine ersatzlose Aufhebung der Satzung sei aus seiner Sicht „kein Ausdruck moderner Stadtpolitik“. Stattdessen fordert der SPD-Ratsherr eine sorgfältige und transparente Weiterentwicklung der Regeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort. „Man muss sich anschauen, was sich im Quartier bereits verändert hat und daraus neue Leitlinien entwickeln“, so Behmenburg. „Aber das braucht Zeit, Sorgfalt und vor allem den Schulterschluss mit den Anwohnerinnen und Anwohnern.“ 

Ein schneller Verwaltungsbeschluss werde diesem Anspruch nicht gerecht. Besonders deutlich wird Behmenburg beim Thema politische Steuerung. In der Vergangenheit habe die Politik immer wieder machtlos zugesehen, wenn problematische Bauprojekte umgesetzt wurden. „Zu oft mussten wir als Politik tatenlos bei Bausünden zusehen, weil uns die Instrumente gefehlt haben“, sagt er. Gerade deshalb sei es fahrlässig, bestehende Regelungen aufzugeben. „Dort, wo wir noch Einflussmöglichkeiten haben, dürfen wir diese nicht leichtfertig aus der Hand geben.“ 

Die Aufhebung der Ortssatzung sieht Behmenburg auch als mögliches Einfallstor für weitere problematische Entwicklungen. „Wir müssen uns im Gegenteil fragen, welche Bereiche unseres Dorfes wir künftig zusätzlich schützen wollen“, fordert er. Andernfalls drohe eine schleichende Veränderung des Ortsbildes, die kaum noch rückgängig zu machen sei. Politisch zieht die SPD in Kettwig daraus eine klare Konsequenz. „Wir werden dafür eintreten, dass diese Ortssatzung nicht ersatzlos aufgehoben wird“, stellt Behmenburg unmissverständlich klar. Ziel sei es, die „stetige Erosion des Ortsbildes“ zu stoppen und gemeinsam ein Leitbild für die Zukunft Kettwigs zu entwickeln. „Kettwig darf nicht Stück für Stück sein Gesicht verlieren.“  

Fotos: Kosmas Lazaridis  

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