Lohn-Plus im Bäckerhandwerk
23.03.2026
ESSEN: NGG fordert mehr Geld
Von Nina van Bevern
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert höhere Löhne für die Beschäftigten in den Bäckereien. In der laufenden Tarifrunde für das Bäckerhandwerk in Nordrhein-Westfalen verlangt sie ein Plus von einem Euro pro Stunde für alle Beschäftigten. Nach Angaben der NGG arbeiten rund 2.020 Menschen in den etwa 68 Bäckereien und ihren Filialen in Essen. „1 Euro mehr pro Stunde – für jeden Bäcker und auch für jede Verkäuferin. Denn es wird höchste Zeit, dass es für den Verkauf im Laden das gleiche Lohn-Plus gibt wie fürs Backen am Ofen“, sagt Martin Mura von der NGG Ruhrgebiet.
Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft die Bezahlung im Verkauf. Mura spricht von einem „Laden-Alarm“: „Mit Billiglöhnen werden es die Bäckereien in Essen demnächst nicht mehr schaffen, ihre Ladentheken zu besetzen.“ Nach Angaben der NGG liegt das Angebot der Arbeitgeber für angelernte Verkäuferinnen derzeit nur rund 20 Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro. „Wenn das ihr Ernst ist, dann laufen den Bäckermeistern die Verkäuferinnen weg“, so Mura.
Dabei sei die Arbeit anspruchsvoll. „Die Arbeit in Bäckereien ist kein ‚08/15-Job‘. Da werden Allroundtalente gebraucht“, betont der NGG-Geschäftsführer. Neben dem Verkauf gehörten Beratung, das Belegen von Brötchen sowie die Zubereitung von Frühstück und Kaffee zum Alltag. Vor der nächsten Verhandlungsrunde fordert die Gewerkschaft ein deutlich besseres Angebot. Andernfalls drohe der Branche weiterer Personalmangel. „Mehr und mehr Beschäftigte werden den Bäckereien in Essen den Rücken kehren“, warnt Mura. Besonders für den Nachwuchs sei das ein schlechtes Signal.
Foto: NGG
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