IG BAU warnt vor Parkinson-Risiko in „grünen Jobs“
15.05.2026
ESSEN: Gewerkschaft fordert mehr Aufklärung
Von Nina van Bevern
Die IG Bauen-Agrar-Umwelt fordert mehr Aufklärung über ein mögliches Parkinson-Risiko bei Beschäftigten in Essen. Besonders Menschen, die in der Landwirtschaft oder in Gewächshäusern arbeiten, seien gefährdet. „Wer in Essen auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, den kann es treffen: Ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen“, sagt Tobias Umbreit. Grund sei vor allem der langfristige Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln.
Laut IG BAU ist Parkinson durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt, wenn Betroffene mindestens 100 Tage damit gearbeitet haben. „Dann bekommen Beschäftigte, die an Schüttellähmung erkrankt sind, Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung“, so Umbreit. Die Gewerkschaft betont, dass auch andere Branchen betroffen sein können, etwa Gartenbau, Floristik oder sogar das Baugewerbe. „Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall Pestizide zu finden sind“, erklärt Umbreit.
Die IG BAU ruft Ärzte dazu auf, Parkinson-Patienten gezielt auf eine mögliche berufliche Ursache anzusprechen, und fordert mehr Information durch Krankenkassen. „Immerhin haben Patienten … die Chance auf eine intensive Betreuung und gute medizinische Versorgung“, so Umbreit. Zudem will sich die Gewerkschaft dafür einsetzen, dass mehr Erkrankungen als Berufskrankheit anerkannt werden, auch bei indirekter Belastung. Sie rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden.
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) habe extra eine „Parkinson-Hotline“ geschaltet: 0561 / 785 - 10350. Außerdem gebe die Berufsgenossenschaft Hinweise auf ihrer Homepage: https://www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel
Foto: IG BAU
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