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Französischer Autor begeisterte sein Publikum

12.05.2026

KETTWIG: Theodor-Heuss-Gymnasium 
Von Nina van Bevern 

Mit gleich zwei Veranstaltungen sorgte der französische Schriftsteller Maxime Gillio am Theodor Heuss Gymnasium für besondere Begegnungen und intensive Gespräche. Eingeladen hatte Herbert Zemke, ehemaliger Lehrer der Schule und Übersetzer mehrerer Werke Gillios. Für Zemke war der Besuch des Autors aus Dunkerque „eine wunderbare Gelegenheit, junge Menschen und interessierte Gäste mit Literatur ins Gespräch zu bringen und gleichzeitig für ein wichtiges gesellschaftliches Thema zu sensibilisieren“. 

Im Mittelpunkt der Begegnung mit den Oberstufenschülern stand das Thema Autismus. Maxime Gillio, selbst Vater einer autistischen Tochter, schilderte zunächst seinen Weg vom Lehrer zum Vollzeitschriftsteller. Herbert Zemke berichtete, die Schülerinnen und Schüler hätten dem Autor „von Anfang an aufmerksam und offen zugehört“. Besonders bewegt habe viele die Kurzgeschichte, die Gillio aus der Sicht eines elfjährigen autistischen Mädchens geschrieben hat. 

Im Gespräch mit Herbert Zemke erläuterte der Autor die Schwierigkeiten, die das sogenannte unsichtbare Handicap für Betroffene und Familien mit sich bringt. „Autistische Kinder werden oft missverstanden, weil ihre Einschränkungen nicht sichtbar sind“, fasste Zemke die Aussagen des Autors zusammen. Gerade in Zeiten sozialer Medien würden Kinder und Jugendliche schnell ausgegrenzt oder verspottet. 

Besonders eindrucksvoll sei für viele Zuhörer Gillios zentrale Botschaft gewesen. „Er sprach immer wieder von Verständnis“, sagte Herbert Zemke. Verständnis für die Kinder selbst, aber auch für Eltern, die häufig vorschnell verurteilt würden. Zemke betonte, wie offen und ehrlich der Schriftsteller auch über persönliche Erfahrungen gesprochen habe. „Das hat die Schülerinnen und Schüler sehr berührt und zu vielen eigenen Wortmeldungen geführt.“ 

Am Abend stellte Maxime Gillio dann erneut am THG seinen Roman "Post Frontière" vor, den Herbert Zemke unter dem deutschen Titel "Grenzüberschreitungen" übersetzt hat. Der Roman erzählt die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen und verbindet ihre Schicksale mit mehr als sechzig Jahren deutsch deutscher Nachkriegsgeschichte. „Es ist eine spannende und zugleich sehr bewegende Familiengeschichte“, erklärte Zemke dem Publikum. Auch an diesem Abend entwickelte sich ein lebendiger Austausch. Mit viel französischem Charme beantwortete Maxime Gillio die Fragen der Gäste und erzählte von seiner Arbeit als Schriftsteller. 

Herbert Zemke freute sich besonders über die herzliche Atmosphäre der Veranstaltung. „Es waren zwei Begegnungen, die sicherlich vielen noch lange in Erinnerung bleiben werden“, freute er sich abschließend.  

Foto: Privat  

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