Gewerkschaft fordert mehr Respekt und höhere Löhne für Reinigungskräfte
19.06.2026
ESSEN: Tag der Gebäudereinigung
Von Nina van Bevern
Sie reinigen Büros, Schulen, Altenheime sowie öffentliche Gebäude und bleiben dabei oft unsichtbar. Zum bundesweiten „Tag der Gebäudereinigung“ am 15. Juni macht die Gewerkschaft IG BAU auf die Situation der rund 9.370 Beschäftigten in der Gebäudereinigung in Essen aufmerksam. Sie fordert mehr Anerkennung für die Arbeit der Reinigungskräfte sowie bessere Löhne und eine stärkere Absicherung im Alter.
„Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld“, kritisiert Tobias Umbreit, Vorsitzender der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen. Wer „schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt“, halte zwar den Alltag in vielen Einrichtungen am Laufen, verdiene aber häufig lediglich einen Niedriglohn. Die Folge sei ein erhöhtes Risiko für Altersarmut. Nach Angaben der Gewerkschaft müsste eine Gebäudereinigerin mit einem heute branchenüblichen Vollzeitgehalt rechnerisch mehr als 70 Jahre arbeiten, um eine Rente in Höhe der aktuellen Durchschnittsrente zu erreichen.
„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ,sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, fordert Umbreit. Besonders deutlich wird die Kritik des Gewerkschafters beim Blick auf die Altersvorsorge. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis“, sagt er. Die großen Einkommensunterschiede in der Gesellschaft seien nicht nur für die Betroffenen problematisch. „Krasse Lohnunterschiede sind ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Umbreit.
Mit Blick auf die geplante Rentenreform appelliert die IG BAU an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Essen und der Region. „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, so der Gewerkschaftsvorsitzende. Darüber hinaus richtet die Gewerkschaft ihren Blick auf die kommende Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk. Umbreit fordert ein „kräftiges Lohn-Plus“ für die Beschäftigten. Darauf müssten sich auch die rund 140 Gebäudereinigungsunternehmen in Essen einstellen. Die Zahlen zu Beschäftigten und Betrieben stammen nach Angaben der IG BAU von der Bundesagentur für Arbeit.
Foto: IG BAU
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