Erfolgreicher Boule-Nachmittag stärkt Wunsch nach eigenem Spielfeld
16.06.2026
KETTWIG: Netzwerk 60+
Von Nina van Bevern
Das Netzwerk 60+ hatte sich zum Auftakt der Woche der älteren Generation, die derzeit in Essen stattfindet, etwas Besonderes überlegt: Auf dem Rathausplatz wurde ein öffentliches Boulespiel angeboten, bei dem Bewegung, Gemeinschaft und Begegnung im Mittelpunkt standen. Zahlreiche Seniorinnen und Senioren nutzten die Gelegenheit, die französische Kugelsportart kennenzulernen und selbst auszuprobieren.
Für Margret Reuter stand dabei vor allem das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. „Wir wollten die Menschen zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, Boule einmal kennenzulernen und gemeinsam zu spielen“, sagte sie. Das Netzwerk 60+ organisierte die Veranstaltung und wandte sich für die praktische Unterstützung an die Kettwiger Boulegemeinschaft. Und die reagierte gerne auf die Anfrage. Drei Vereinsmitglieder kamen auf den Rathausplatz, erklärten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die wichtigsten Grundregeln des Spiels und standen mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem brachten sie die erforderlichen Boulekugeln mit, sodass auch Interessierte ohne eigene Ausrüstung sofort mitspielen konnten.
Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die Grundlagen des Spiels. Mit einem Schmunzeln stellte Reuter allerdings fest: „Aber wir spielen hier irgendwie etwas Gemischtes, weil so viele Leute da sind.“ Der Freude am gemeinsamen Spiel tat das jedoch keinen Abbruch. Besonders bemerkenswert: Die älteste Teilnehmerin des Tages stand mit 91 Jahren selbst aktiv auf dem Spielfeld und zeigte, dass Bewegung, Gemeinschaft und Lebensfreude keine Altersgrenzen kennen.
Neben dem sportlichen Aspekt verfolgte die Veranstaltung auch ein langfristiges Ziel. Das Netzwerk 60+ setzt sich dafür ein, unter den beiden Silberlinden auf dem Rathausplatz dauerhaft ein Boule-Spielfeld einzurichten. „Wir hoffen natürlich, dass dieser Platz einmal ein Bouleplatz wird“, sagte Margret Reuter. Entsprechende Anträge seien bereits bei der Bezirksvertretung eingereicht worden. Nach Angaben Reuters unterstützen SPD und Grüne das Vorhaben. Bei der CDU gebe es derzeit noch Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Wurzeln der Bäume.
Reuter zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass hierfür geeignete Lösungen gefunden werden können. Aus Sicht des Netzwerks wären lediglich einige überschaubare Anpassungen nötig. „Es würde schon reichen, den Platz entsprechend herzurichten und mit einer Begrenzung zu versehen, damit die Seniorinnen und Senioren dort regelmäßig Boule spielen können.“
Fotos: Kosmas Lazaridis
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