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„Bis 67 schafft das kaum einer“

14.07.2026

ESSEN: Gewerkschaft warnt vor höheren Rentenaltersgrenzen 
Von Nina van Bevern 

Von den rund 5.640 Beschäftigten im Baugewerbe in Essen sind nur etwa 250 älter als 63 Jahre. Darauf weist die IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hin. Die Gewerkschaft sieht darin einen Beleg dafür, dass viele Beschäftigte die körperlich schwere Arbeit bis zum regulären Renteneintritt nicht durchhalten. 

„Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten“, sagt Tobias Umbreit, Vorsitzender der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen. Maurer, Dachdecker sowie Kanal- und Straßenbauer seien Wind und Wetter ausgesetzt und leisteten körperlich besonders anstrengende Arbeit. Für viele sei deshalb „schon Schluss, bevor sie 60 sind“. 

Die Gewerkschaft fordert, die Rente stärker an den „Härtegrad der Arbeit“ anzupassen und flexiblere Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen. „Eine faire Rente muss dem Härtegrad der Arbeit angepasst werden“, so Umbreit. Die heimischen Bundestagsabgeordneten ruft die IG BAU auf, bei der geplanten Rentenreform entsprechend nachzubessern. Außerdem spricht sich die Gewerkschaft gegen eine Abschaffung der Rente mit 63 aus. 

Nach Angaben der IG BAU werden in Essen in den kommenden zehn Jahren rund 82.900 Menschen der Babyboomer-Generation das Rentenalter erreichen. Viele von ihnen hätten ihre 45 Beitragsjahre bereits erfüllt. „Ihnen jetzt die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das geht nicht“, sagt Umbreit. Auch beim Rentenniveau sieht die IG BAU Handlungsbedarf. Dieses müsse dauerhaft gesichert und perspektivisch wieder angehoben werden, fordert die Gewerkschaft.  

Foto: IG BAu  

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